Auflösesignal:  Sitz (Bleib)- Los  

 

Der Hund lernt, dass «Sitz»  nicht nur den Akt des Hinsetzens bedeutet, sondern auch den des Sitzenbleibens, dann ist ein “Bleib” überflüssig. 

Ein Auflösesignal ist für den Hund das eindeutige Ende eines Auftrages. Die Information: “Du hast deine Aufgabe beendet und darfst dich jetzt wieder frei bewegen.” Das Hörzeichen kann lauten “Okay”, “Lauf”,                                                                                               “Los”, “Frei” zum Auflösen.

Schritt 1: Verlängere die Dauer in kleinen Schritten

Starte, indem du deinen Hund ins „Sitz“ oder „Platz“ bringst. Dein Vierbeiner bleibt in seiner Position und bekommt dafür eine Belohnung. -> Auflösen

Schritt 2: Vergrößere allmählich die Distanz

Während du direkt bei deinem Hund stehst, ist es keine große Kunst für ihn, in der Position zu bleiben. Darum wird es jetzt schwieriger, indem du dich von ihm entfernst.

  • Schicke deinen Hund wieder in die Sitz-Position.
  • Nun entferne dich. Erst wenige Schritte, dann einen Meter, schließlich mehrere Meter. Anfangs gehst du rückwärts, sodass du ihn im Auge hast und er merkt, dass du noch „bei ihm“ bist.
  • Wiederhole dein Signal nicht ständig. Ein Mal reicht.
  • Gehe wieder zu ihm zurück und belohne ihn.
  • Vergrößere die Distanz mit der Zeit. Aber in kleinen Schritten, die deinem Hund angepasst sind. Überfordere ihn nicht, sondern versuche immer den Moment abzupassen, bevor er nur daran denkt, aufzustehen. Du musst schneller und dann schon auf dem Rückweg sein.
  • Entfernen dich ein weiteres Stück. Beim nächsten Mal kehrst du ihm schon den Rücken zu; danach gehst du einmal um ihn herum, setzt dich auf einen Stuhl, bewegst dich schneller durch den Raum etc.
  • Immer auflösen wenn die Übung beendet ist.

 

Schritt 3: Erhöhe den Schwierigkeitsgrad

Führt dein Hund das Warten zuverlässig aus, kannst du den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Und jetzt macht das Signal auch richtig Spaß, denn du kannst es für viele gemeinsame Übungen einsetzen und auch ganz nebenbei immer wieder üben und festigen.

  • Bisher konnte dein Hund dich immer noch sehen? Dann gehe jetzt in ein anderes Zimmer, während er sitzen/liegen bleiben soll.
  • Übe draußen, dass dein Hund neben dir liegt, während auf der Wiese andere Hunde spielen.
  • Lasse ihn draußen sitzen, während du ein Stück von ihm wegrennst.
  • Wirf einen Spielzeug- anfangs am besten ohne allzu viel Schwung – und lasse deinen Hund warten, bis du ihn mit einem „Bring!“ hinterherschickst.
  • Auch Geduld vor dem Spaziergang kannst du üben: Sag ihm, er soll im Flur ruhig sitzen bleiben, bis du dich angezogen und fertig gemacht hast. Erst dann geht es los.

Beginne in einer reizarmen Umgebung.

Steigere Dauer und Distanz ganz langsam – und zwar nacheinander, nicht gleichzeitig.

Belohne nur, wenn du zum Hund zurückkehrst. Nicht, wenn er zu dir kommt!

Hebe das Signal sitz/Platz (Bleib) unbedingt immer auf!

Steht dein Hund auf, bringe ihn kommentarlos an den Ausgangspunkt zurück und wiederhole die Übung oder reduziere die Schwierigkeit.

 

Besonders wichtig dabei ist, dass die Belohnung von SitzPlatz, oder was auch immer du von deinem Hund möchtest, hochwertiger ist, als das Aufstehen.Liegt dein Hund minutenlang vorbildlich gerade im Platz und wird dafür nicht oder kaum bestätigt, für das Auflösen schmeißt du jedoch eine riesige Party – rate, was sich für ihn mehr lohnt. Das Sitzenbleiben ist es nicht;)

 

In diesem Sinne: viel Spaß und Erfolg beim Training und reichliche Belohnung für das, was deinem Hund am schwersten fällt! :)

Gewöhnung an den Maulkorb:
Trainiere am besten mehrmals täglich kurze Einheiten von 3 bis 5 Minuten.

 

1. Schritt:
Gebe zunächst Leckerli in Anwesenheit des Maulkorbs: Du hältst den Maulkorb in der Hand und dein Hund bekommt die Leckerli, wenn sich sein Maul in der Nähe des Maulkorbs befindet.

2. Schritt:
Anschließend legst du die Leckerli in den Maulkorb, sodass dein Hund seine Nase hineinstecken muss, um das Leckerli zu bekommen und fressen zu können. Wer mag, kann auch etwas Leberwurst unten in den Korb schmieren.

3. Schritt:
Trainiere die ersten beiden Schritte mehrere Tage lang und wiederhole sie so oft, bis dein Hund seine Schnauze gerne in den Maulkorb steckt.

4. Schritt:
Erst jetzt solltest du langsam dazu übergehen, während dein Hund die Nase im Maulkorb hat, Leckerli von außen zu geben. Das kann von der Seite aus geschehen oder von vorne. Am besten hältst du die Leckerli im unteren Bereich des Maulkorbs, sodass dein Hund die Leckerli auch tatsächlich fressen kann.

5. Schritt:
Wenn bis hierhin alles gut geklappt hat, kannst du den Nackenriemen des Maulkorbs kurz über den Nacken deines Hundes legen.

6. Schritt:
Sobald dein Hund den 5. Schritt entspannt akzeptiert, kann der Nackenriemen kurz geschlossen werden. Dabei fütterst du die ganze Zeit weiter.

7. Schritt:
Jetzt dehnst du in kleinen Schritten die Zeit aus, die der Maulkorb auf der Nase deines Hundes sitzen bleibt. Dazu muss dein Hund immer ein bisschen länger auf sein Leckerli warten.

8. Schritt:
Du lobst deinen Hund, während er den Maulkorb ohne Abwehrreaktion auf der Nase lässt.

9. Schritt:
Sobald du den Maulkorb wieder abgenommen hast, gibt es für deinen Hund keine Zuwendung oder Belohnung mehr. Dein Hund sollte die Erfahrung machen: Wenn der Maulkorb auf der Nase sitzt, passieren lauter schöne Sachen! Wenn der Maulkorb abgenommen wird, ist es langweilig .

10. Schritt:
Nun motivierst du deinen Hund, dir mit dem geschlossenen Maulkorb motiviert 1 bis 2 Schritte zu folgen. Gerne kannst du jetzt auch ein kleines, gemeinsames Rennspiel mit deinem angeleinten Hund machen.
Hauptsache ihr habt Spaß :-)!
Das gemeinsame Laufen mit Maulkorb baust du dann Schritt für Schritt immer weiter aus.

Weiterer Tipp:
Immer bevor etwas Tolles - wie Mahlzeiten, Spaziergang etc.-  ansteht, wird der Maulkorb für kurze Zeit aufgesetzt.

Achtung!
Du solltest so langsam vorgehen, dass es erst gar nicht zu Abwehrverhalten bei deinem Hund kommt. Falls doch, bist du zu schnell vorgegangen!
Sollte es dennoch passiert sein: Während dein Hund versucht, den Korb abzustreifen, streichel ihn nicht, tröste ihn nicht, beruhige ihn nicht und schimpfe nicht. Nimm den Maulkorb dann erst ab, wenn dein Hund kurzzeitig mit dem Abwehrverhalten aufhört.

Und nun viel Spaß beim Trainieren! 

Wir können das auch gerne gemeinsam als Trick erarbeiten:)